Grashüpfer
Kinder sind kleine Forscher. In ihrer Entwicklung gibt es "sensible
Phasen", Zeiten, zu denen Kinder besonders offen und empfänglich sind.
Sie lernen leicht und nebenbei. Geht ein solcher Zeitraum ungenutzt
vorüber, ist später der Aufwand, um nachzuholen, um ein Vielfaches
höher.

Die Empfänglichkeit ist immer auf wenige bestimmte Themen bezogen. So
wissen wir, dass es Zeiten gibt, in denen sich Kinder besonders für
Farben interessieren. Dann wieder (sensible Phase von 3 - 6 Jahren)
stehen der Aufbau der Individualität und Erlangung der Fähigkeit, erste
soziale Kontakte zu knüpfen, im Vordergrund.

In der sensiblen Phase von 6 - 10
Jahren liegt das Hauptaugenmerk in der Erweiterung des eigenen
Aktionsbereiches. Das Leben in Gemeinschaften und Gruppen ist ungemein
interessant und es entwickelt sich eine Sensibilität für Gewissen und
Gerechtigkeit. Fragen nach richtig oder falsch, gut und böse werden
gestellt. Nach Ansicht vieler (Sozial-) Wissenschaftler und Pädagogen
ist dieser Lebensabschnitt prägend für die "Sozialisierung" also
Integration des Menschen in die Gesellschaft.
Wir wollen uns genau dieser Altersgruppe widmen.
Die Kinder- und Jugendarbeit der Kersbacher Vereine, kirchlichen und
sonstigen Institutionen ist sehr anerkennenswert und ein wichtiger
Faktor im Hinblick auf die Integration junger Mitbürger in die lokale
Gemeinschaft. Gleichwohl beruht das Angebot für die Altersgruppe der
6-10jährigen vorwiegend im sportlichen Bereich und in allgemeiner
Freizeitgestaltung (Bastelarbeit, Kinder-Musikveranstaltungen,
Zeltlager, u. ä.)
Es war die Idee unseres seinerzeit 6jährigen Sohnes Florian, einen
"Naturschützer- und Umweltclub" zu gründen. Recherchen vor Ort ergaben,
dass außer sporadischen Unternehmungen des ein oder anderen Vereins
nichts dergleichen angeboten wurde.

So reifte in uns der Gedanke, dem Altersprofil der Kinder entsprechend
ein Konzept zu entwickeln, welches generell das Bedürfnis nach Leben in
der Gemeinschaft befriedigt und insbesondere Fragen nach Zusammenhängen
in Natur und Umwelt beantwortet. An dieser Stelle sei bemerkt, dass
unsere Arbeit mit den Kindern ideologiefrei, überparteilich und ohne
Zwänge ist. Frei nach dem Motto "hilf mir, es selbst zu tun", stehen
nicht "Unterricht" sondern vielmehr das Erleben in der Natur (z.B.
Exkursionen, um auch den zyklischen Wechsel der Jahreszeiten zu
erleben), das "Begreifen" von Handlungsabläufen (z. B. Besuch einer
Bäckerei, einer Schokoladenfabrik u.ä.) und die Sensibilisierung des
Natur- und Umweltschutzgedankens generell im Vordergrund.
Der verantwortliche Umgang mit Natur und Umwelt ist ein wichtiger
Beitrag zur Sicherung eines lebenswerten Umfelds künftiger Generationen.
Gerade die Altersgruppe, der wir uns vornehmlich widmen wollen, ist
empfänglich für diese Thematik. Wir sollten deshalb alles daran setzen,
ihr neben der Möglichkeit, sich körperlich zu ertüchtigen, auch ein
Podium für die geistige und seelische Entwicklung zu bieten.
Wir gründeten somit im Oktober 2004 die Natur- und Umweltgruppe
„Grashüpfer“. Aufgrund der pädagogischen Hintergrundziele ist die Anzahl
der Kinder in der Gruppe auf ca. 15 beschränkt. Derzeit haben wir 17
aktive Kinder.
Hauptaufgabe war gerade in den letzten beiden Jahren die Fertigstellung
unseres Barfuß-Sinnesparcours auf dem Gartengrundstück der Gartenfreunde
Kersbach e.V. Die Natur- und Umweltgruppe hat im Jahr 2007 erfolgreich
an einem Regio-Wettbewerb der Spardabank Nürnberg teilgenommen. Mit
unserem Projekt „Natur- und Erlebnisgarten mit Sinnesparcours“ konnten
wir einen der ersten Plätze gewinnen. Umgesetzt sind aus diesem Projekt
unter anderem ein Überwinterungsbau für Igel, Bau und Anbringung von
Fledermauskästen, Errichtung eines Insektenhotels und die Anlage eines
für alle Kersbacher Kinder zugänglichen Barfuß-Sinnesparcours auf dem
Gelände der Gartenfreunde Kersbach.
Für uns war immer die familiäre Anbindung sehr wichtig, deshalb
veranstalteten wir auch jedes Jahr mehrere Familientreffen, so z.B.
gemeinsame Ausflüge, Sommerfeste, Walder-lebniswochenende,
Hüttenwochenende etc.

Da das pädagogische Konzept ursprünglich für einen Zeitraum von 4 Jahren
ausgelegt war (Altersgrenze bei 10 Jahren) und einige unsere treuen
Gruppenmitglieder mittlerweile das Jugendalter (14) erreicht haben,
entschlossen wir uns schweren Herzens, die Aera der Grashüpfer zum
Jahresende 2009 zu beenden. Die aktuelle Altersspanne von bis zu 8
Jahren machte es aus pädagogischer Sicht unmöglich, weiterhin eine für
alle Beteiligten ans-pruchsvolle Begleitung zu gewährleisten. In einer
gemeinsamen Weihnachtsfeier, bei der wir die Aktivitäten der Gruppe in
einer Bildershow noch einmal Revue passieren ließen, wurde allen das
Sprichwort „aus Kindern werden Leute“ visuell verdeutlicht und so können
wir aus heutiger Sicht stolz darauf sein, hierzu einen kleinen Beitrag
geleistet zu haben.
Was bleibt sind gewachsene Freundschaften, ein umfassendes
naturkundliches Grundwissen, die Sensibilisierung für den Umweltschutz
und generell die Erinnerung an eine sehr schöne Zeit.
Wir bedanken uns abschließend bei allen Gruppenmitgliedern, der
Vereinsführung der DJK Kersbach sowie den immer hilfsbereiten Eltern.
Vielen Dank
Elisabeth und Manfred Hümmer
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